Ein erster Anfang
In Moosburg wird erstmals ein katholischer Gesellenverein gegründet. Er besteht allerdings nicht lange; die Gründe für sein Ende sind in den Festschriften nicht überliefert.
Was nach einem Stadtbrand neu begann, wurde zu einem festen Teil des Moosburger Vereinslebens: mit Handwerk, christlicher Verantwortung, Theater, Jugendarbeit und Menschen, die gemeinsam etwas bewegen.
Geschichte entdecken
Die Geschichte der Kolpingsfamilie Moosburg ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. Als katholischer Gesellenverein bot sie jungen Handwerkern nicht nur Gemeinschaft, sondern auch Bildung, Unterstützung und eine Heimat auf Zeit. Der christliche Glaube war dabei Grundlage des Miteinanders – das gesellschaftliche Engagement seine sichtbare Wirkung.
Dass diese Gemeinschaft Kriege, politische Unterdrückung und wirtschaftlich schwierige Jahre überstand, verdankte sie immer wieder Menschen, die Verantwortung übernahmen und andere mitnahmen.
Die Festschriften von 1948 und 1968 geben uns wertvolle Einblicke in die Geschichte unserer Kolpingsfamilie. Ergänzt durch Erinnerungen, Bilder und weitere historische Dokumente entsteht so ein lebendiges Bild von über 150 Jahren Gemeinschaft und Tradition.
In Moosburg wird erstmals ein katholischer Gesellenverein gegründet. Er besteht allerdings nicht lange; die Gründe für sein Ende sind in den Festschriften nicht überliefert.
Der Brand von 1865 bringt für den Wiederaufbau viele Handwerker nach Moosburg. Im Juli 1868 entsteht der Gesellenverein erneut. Bereits 1869 wird die erste Vereinsfahne geweiht.
Der Verein richtet eine interne Sparkasse ein. Vorträge, Rechen-, Zeichen- und Stenografiekurse fördern die berufliche Entwicklung. Durchreisende Wandergesellen finden Unterstützung mit Unterkunft, Verpflegung und Zehrgeld.
Eine neue, prächtig gestickte Josefsfahne wird geweiht und löst die erste Vereinsfahne von 1869 ab.
Der Krieg bringt die Vereinsarbeit nahezu zum Erliegen. Nach der Festschrift von 1948 waren 1918 nur noch vier Mitglieder nicht zum Militär eingezogen.
Nach ergänzender Vereinsüberlieferung findet eine Bannerweihe statt. Angaben zum Anlass und zum Banner selbst werden noch ergänzt.
Unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes löst sich der Verein nach außen hin auf. Die Verbundenheit mit den Idealen Adolf Kolpings lebt jedoch unter Mitgliedern weiter.
Am 31. Mai 1946 wird der Gesellenverein neu ins Leben gerufen. Maßgeblich wirken Franz Jantschi, Präses Gottfried Raubinger und Bürgermeister Richard Braun mit. Hans Diewald wird Senior; später übernimmt Max Bengl das Präsesamt.
Das 80. Stiftungsfest wird mit Festakt, Bannerweihe und großer Handwerkerschau begangen. Die Festschrift erinnert zugleich an das soziale Wirken des Vereins und seinen Neubeginn.
Unter der Initiative von Präses Max Bengl entsteht das Kolpingheim an der Dr.-Schels-Straße. Der erste Bauabschnitt wird am 5. Dezember 1950 eingeweiht; 1951 ermöglicht eine amerikanische Spende den weiteren Ausbau.
1963 wird ein neuer Vereins- und Gesellschaftsraum eingeweiht. 1965 erhält die Theatergruppe eine neue, vielseitig verwandelbare Bühne. Die Unterstützung von Fritz Driescher prägt diese Ausbauphase.
Aus Jungkolping entwickelt sich 1966 der Spielmannszug. 1967 entsteht eine Jungkolping-Mädchengruppe. Im Juni 1968 feiert die Kolpingsfamilie ihr 100-jähriges Bestehen – mit großem Festprogramm, einem Festzug und der Weihe eines neuen Kolpingbanners am 23. Juni.
Karl Hofmann wird 1. Vorstand der Kolpingsfamilie Moosburg. Er wird dieses Amt in den folgenden Jahrzehnten ohne Unterbrechung ausüben.
Eine weitere Bannerweihe ist aus der Vereinsüberlieferung bekannt. Nähere Informationen und Bildmaterial sollen diesen Abschnitt noch ergänzen.
Ein besonderes Jubiläum: Karl Hofmann steht seit 1986 ununterbrochen als 1. Vorstand an der Spitze der Kolpingsfamilie Moosburg. Vier Jahrzehnte ehrenamtliche Verantwortung und Beständigkeit im Vereinsleben.
Ein besonders anschauliches Beispiel ist die Unterstützung wandernder Gesellen: Die Festschrift von 1948 nennt für das Jahr 1886 insgesamt 750 durchreisende Gesellen und für 1930 noch 300, die betreut wurden.
Viele Theateraufführungen hatten deshalb einen ganz praktischen Zweck: Sie halfen, das Geld für diese soziale Arbeit aufzubringen. Theater war bei Kolping also schon früh nicht nur Unterhaltung, sondern auch gelebte Nächstenliebe.
Auch die Vereinsbildung hatte Gewicht: Kurse, Vorträge, eine kleine Bücherei und die enge Verbindung zum örtlichen Handwerk prägten den Alltag.
Franz Jantschi gehörte zu den treibenden Kräften des Wiederbeginns 1946. Max Bengl setzte als Präses wichtige Impulse und trug maßgeblich zum Bau des Kolpingheims bei.
Fritz Driescher unterstützte unter anderem die Bühne, Erweiterungen des Kolpingheims und den Spielmannszug. Die Festschrift von 1968 würdigte ihn als erstes Ehrenmitglied.
Karl Aschenbrenner war von 1948 bis 1953 Senior und anschließend langjährig Altsenior. Auch die Festschrift von 1968 dankt ihm ausdrücklich für sein Engagement. Er steht beispielhaft für Menschen, die sich mit großem persönlichen Einsatz um die ganze Kolpingsfamilie kümmerten.
Karl Hofmann ist seit 1986 ohne Unterbrechung 1. Vorstand. Im Jahr 2026 blickt er damit auf 40 Jahre an der Spitze der Kolpingsfamilie Moosburg zurück – ein außergewöhnliches Zeichen ehrenamtlicher Verbundenheit und Kontinuität.
Die Darstellung basiert auf zwei Jubiläumsschriften. Sie dokumentieren die Geschichte bis 1968. Die ergänzend überlieferten Bannerweihen 1932 und 1991 sowie die Angaben zu Karl Hofmann stammen aus der aktuellen Vereinsüberlieferung und sind nicht anhand dieser beiden Festschriften belegbar; weitere Materialien können die Chronik ergänzen.
Hinweis: Die Festschriften geben die Perspektive ihrer Entstehungszeit wieder. Namen, Daten und Details wurden daraus übernommen; die spätere Geschichte ist noch nicht vollständig dargestellt. Die Einträge zu 1932, 1986, 1991 und 2026 beruhen auf ergänzenden Vereinsangaben.
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